Erste Weihnachtskugeln tauchten in Europa im 19. Jh. auf. Wenn man jedoch gedenkt, dass der Weihnachtsbaum erst im 20. Jh. an Popularität gewann, dann erfreut sich dieser Festschmuck eines relativ hohen Alters. Die ersten Weihnachtskugeln wurden aus geblasenem Glas hergestellt und ahmten anfänglich verschiedene Frucht- und Nussarten.
Die Massenherstellung von Christbaumkugeln begann ab 1867 in Lauscha als ein Familiengeschäft. Im Jahre 1880 importierte der Amerikaner Frank Winfield Woolworth die ersten Weihnachtskugeln in die Vereinigten Staaten. Dadurch wurde die Produktion stark ausgeweitet. Nach dem 1. Weltkrieg kamen einige Konkurrenzunternehmen dazu, unter anderen aus Gablonz in Polen. "Gablonzer" Schmuck ist bis heute von hohem Sammlerwert - es sind keine Kugeln, sondern Figuren mit Perlen.
Im Laufe der Zeit wurden die Kugelmuster immer reicher und üppiger, so dass die Kugeln allmälich auch Alltagsgegenstände nachzuahmen begannen, z.B. in Form von Schuhen, Regenschirmchen, Musikinstrumenten sowie auch von verschiedenen Tieren und Hampelmännchen. Der Weihnachtsschmuck wurde in Nürnberg hergestellt und an viele europäischen Länder exportiert.
Paralell dazu wurde zu Hause immer noch Weihnachtsschmuck aus buntem Papier, Strohhalmen, Glasperlen sowie ausgeblasenen Eiern und Oblatten gebastelt. Besonders der letztere Stoff war sehr beliebt und wurde angewendet noch bevor man begann, Weihnachtsbäume mit Baumschmuck zu beschmücken. Bekannt waren auch Buntoblatten, mit denen man nach dem beendeten Mahl Haustiere zu füttern pflegte.
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