Mit den Überresten dieser strickten periodischen Einteilung der Musik, sind wir heute nicht nur in den indischen Ragas konfrontiert. Auch in der europäischen Tradition begegnen wir den verschiedenen Musikverwendungen, die zeitlich bestimmt sind. Die Weihnachtslieder sind ein gutes Beispiel für eine ritualisierte Musik, die man nur in der Zeit der Geburt Christi zu hören bekommt.
Dabei sind die deutschen Weihnachtslieder in herrschender Meinung ein wahrer Kulturschatz. Wenn auch die alte Tradition des gemeinsamen Musizierens in den Familien allmälich schwindet, so hören wir doch die Weihnachtslieder immer noch im Radio, Fernsehen oder von einer CD. Auf diese Weise behalten wir auch heute deren jahrhundertelange Tradition.
Gleichzeitig sind die Weihnachtslieder die ältesten Lieder in Deutschland überhaupt. Deren Tradition reicht noch ins 11. - 14. Jh. zurück. Wer kennt nicht solche berühmten Evergreens, wie Stille Nacht, heilige Nacht - die heutzutage in mehrere Sprachen übersetzt worden ist – oder Leise rieselt der Schnee?
Weihnachten hält man üblicherweise für die schönste Zeit im Jahr. Die Wärme der Stimmung, die sich der kalten winterlichen Landschaft entgegensetzt, sorgt für magische Stunden, welche wir gemeinsam im Familienkreis verbringen. Die Zeit scheint ihre Macht zu verlieren. Und das ist zum großen Teil auch der Verdienst der Musik, die uns in diesen besonderen Tagen begleitet.