Nach dem beendeten Mahl begab sich dann die ganze Familie in die Kirche, wo um die Mitternacht eine Christmesse (auch Christvesper genannt) gehalten wurde. Diese war besonders in der katholischen Kirche populär und Symbol für den Besuch, den die Hirten dem neugeborenen Jesus abgestattet haben. In neuerer Zeit hat auch die evangelische Kirche neue Formen der Weihnachtsmesse gefunden und diese zu einem vor allem musikalisch ausgestatteten Gottesdienst besonderer Art umgeformt.
Der 25. Dezember, der Tag der Sonnenwende, war in vielen Kulturen ein besonders wichtiger Tag. In Asien wurde an diesem Tag die Geburt des indischen Lichtgottes gefeiert. Die alten Ägypter feierten an diesem Tag Geburt des Horus und die Römer begingen ihre feierlichen Sarturnalien zu Ehren des Gottes Saturn, des unbesiegbaren Sonnengottes. Für die Germanen war dieser Tag mit dem Mittwinterfest und zugleich mit einem Toten- u. Fruchtbarkeitsfest verbunden. Nach der christlichen Tradition ist gerade der 25. Dezember der Tag der Geburt Christi.
Eine Krippe gehört zu den wichtigen Weihnachtstraditionen. In vielen Ländern wird sie bis heute von Amateuren anhand von ausgeklügelten Techniken gebaut und erreicht nicht selten einen ganz grossen Ausmass. Bekannt sind auch die sogenannten Krippenspiele, bei denen verschiedene Szenen aus dem Weihnachtsevangelium in Kirchen, aber auch Schulen usw. aufgeführt werden. Besonders schön sind die bayrischen und österreichischen Krippenspiele sowie die englischen, welche auf das 14. Jh. zurückgehen.